Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Weihburggasse 11/5, A-1010 Wien

Obstruktive Schlafapnoe

Kieferorthopädische und kieferchirurgische Möglichkeiten der Therapie

Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) gehört zur Gruppe der schlafbezogenen Atmungsstörungen. Bei dieser schwersten und wie wir heute wissen nicht ungefährlichen Art des Schnarchens setzt die Atmung durch mechanischen Verschluss der Atemwege während des Schlafes regelmäßig über 10 Sekunden aus. Dadurch kommt es zu Sauerstoffmangelzuständen. Es hat sich in der Zwischenzeit der Verdacht erhärtet, dass die OSA überzufällig häufig mit internen und neurologischen Erkrankungen assoziiert ist.

Das Risiko eines Herzinfarktes ist bei OSA-Patienten 23 mal, das Schlaganfallrisiko 3 mal und das Unfallrisiko 7 mal gegenüber der Normalbevölkerung erhöht. Nachdem es keine einheitliche Ätiologie der OSA gibt sondern nur Risikofaktoren, die dieses Krankeitsbild begünstigen, ist auch der Therapieansatz ein interdisziplinärer. Bei begründetem Verdacht auf eine OSA sollte eine Polysomnographie in einem Schlaflabor durchgeführt werden, um die Art und Schwere der OSA zu dokumentieren.

Als Basistherapie haben sich verhaltenstherapeutische Maßnahmen wie Gewichtsreduktion und Schlafhygieneanweisungen bewährt.

Die nCPAP (nächtliche Continous Positive Airway Pressure) Therapie mit Hilfe eines Beatmungsgerätes wurde 1981 eingeführt und ist derzeit die Standardtherapie der mittelschweren und besonders der schweren Formen der OSA. Sie ist jedoch nur eine symptomatische Therapie und muss daher lebenslang jede Nacht ohne Unterbrechung durchgeführt werden. Nachdem langfristig jedoch 50 % der Patienten diese Therapie aus verschiedenen Gründen abbrechen, wurde schon bald nach Alternativen gesucht.

Aus der Sicht des Zahnarztes bieten sich die sogenannten IST – Geräte (Intraorale-Schnarch-Therapie) zur Vorverlagerung des Unterkiefers bzw. Zungenretainer zur Zungenlagenveränderung an. Diese Geräte müssen individuell nach einem Kieferabdruck angefertigt werden, um vom Patienten angemessen toleriert zu werden. Vorgefertigte Geräte werden von der überwiegenden Mehrzahl der Patienten schlecht angenommen. Aus der Vielzahl der in den letzten Jahren angewandten IST – Geräten haben sich tiefgezogene Schienen, die mittels eines Teleskopes den Unterkiefer nach vorne und unten verlagern am besten bewährt. Eingesetzt werden sie am wirksamsten beim primären Schnarchen und bei leichten bis mittelschweren Formen der OSA.

Als in ausgewählten Fällen sehr effektive und vor allem kausale Therapie hat sich zunehmend die kieferorthopädische Chirurgie mit Vorverlagerung des Oberkiefers und Unterkiefers, oder nur des Unterkiefers bzw. die Kombinationen mit Kinnosteotomien zur Verlagerung des Ansatzes der Zungen- und Zungenbeinmuskeln erwiesen. Diese Maßnahmen dienen allesamt dazu, den mechanischen Verschluss der Atemwege während des Schlafes zu verhindern. Die primären Erfolgsraten liegen bei über 90 %.

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